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Interview mit Mourad Ben Zid

Jeder, der interessiert die Ergebnislisten bei den Hamburger Laufveranstaltungen liest, wird früher oder später über den Namen Mourad Ben Zid stolpern. Zu recht, denn der symphatische Hamburger, mit tunesischen Wurzeln, ist seit einigen Jahren sehr erfolgreich auf 10 km, der Halbmarathon- oder Marathon-Distanz unterwegs. Als ich Mourad das erste Mal traf, regnete es in Strömen und wir liefen von einem gemeinsamen Marathon-Vorbereitungslauf an der Elbe zurück.

Seitdem verfolge ich gespannt seine Entwicklung und bin jedes Mal erstaunt, was Mourad alles leistet, um sich auf seinen nächsten Wettkampf vorzubereiten. Heute also mal ein Einblick auf das Training von Mourad und wer sein Vorbild ist.

Hey Mourad, seit wann läufst du eigentlich?

Das weiß ich ganz genau! Mein erster Lauf war am 28.08.2013, so um die 5Km 🙂

Und wie bist du eigentlich zum Laufen gekommen?

In erster Linie durch meine Arbeitskollegen. Ich hatte aber auch zu dem Zeitpunkt ein emotionales Tief und eine schwierige Phase durchgemacht. Das war genau der richtige Zeitpunkt für etwas Neues und für eine neue Erfahrung.

Warum läufst du und was motiviert dich?

Mittlerweile weil es einfach nicht mehr wegzudenken ist.

Ganz klar die Wettkämpfe, hauptsächlich der Marathon! Ich nehme mir immer wieder neue Ziele vor, versuche sie mit harter Arbeit zu realisieren, mal klappt es und mal nicht, das macht es natürlich umso spannender.

Wie oft läufst / trainierst du in der Woche?
– Welche Rolle spielt Stabi Training dabei?

Kommt auf die Trainingsphase an, aber im Schnitt 7x pro Woche. Bisher habe ich leider noch nie Stabi gemacht, bin eigentlich nur gelaufen. Was ja auch nicht richtig ist!

Haspa Marathon 2017 Mourad Ben Zid

Was ist dein (bisher) größter Erfolg?

Der katastrophale Hamburg Marathon 2017, die Wetterbedingungen waren sehr hart, mit einer PB von 2:45.

Wie bist du laufend unterwegs? (Alleine, mit einer Laufgruppe oder im Verein?)

Ich bin grundsätzlich alleine unterwegs. Wenn sich aber die Gelegenheit anbietet, dann laufe ich gerne in Gesellschaft.

Du warst lange Zeit nicht im Verein, hast dennoch super starke Zeiten auf der 10 km-, Halbmarathon- und Marathon-Distanz. Hat dir jemand Trainingspläne geschrieben oder hast du das alles durch Fleiß und Training selbst geschafft?

Ich plane mein Training immer selbst. Ich lese und forsche sehr viel nach.

Bei der Trainingsplanung orientiere ich mich an Steffny, Beck, Lydiard und auch an ein paar Weltklasse Athleten.
Ich denke, jeder Trainingsplan hat seine Stärken und Schwächen, ich suche mir das raus, was mir am besten gefällt, versuche Intensität und Km-Umfänge sinnvoll zu dosieren. Mein Trainingsgrundsatz lautet, mehr Trainingskilometer helfen mehr 😀

Seit Dezember 2017 bist du nun dem Verein T.H. Eilbeck beigetreten. Wie kam es dazu?

Ich wurde gefragt, ob ich nicht Lust habe mitzumachen. Der Verein ist stark und bekannt, die Leute sind top, also warum nicht.

Was sind deine nächsten Ziele?

Ganz oben steht die Sub 2:40 im Herbst in Frankfurt an. Ich will aber vorher meine 10 km und HM Zeiten verbessern.

Bei dem ganzen Training für deine Wettkämpfe, wie schaffst du die Balance zwischen Job und Training?

Das war bisher kein Problem für mich. Ich gehe auch gerne vor der Arbeit um 4:30 laufen, wenn es sein muss 🙂
Sonst kommt für mich im Alltag das Training an erster Stelle, alles andere plane ich drum herum, so wie es passt.

Und was machst du eigentlich beruflich?

Kaufmann im Groß und Außenhandel.

Mourad Ben Zid Alsterlauf 2017 10km

Hast du eine Lieblingsstrecke beim Laufen?

Kommt drauf an! Wenn ich absolut konzentriert trainieren will, dann laufe ich am liebsten bei mir in Veddel/Wilhelmsburg am Deich, da ist einfach nichts los und die Strecke geht immer gerade aus. Wenn ich einen lockeren Lauf machen will, dann laufe ich am liebsten um die Außenalster, da habe ich auch viele nette und gute Läufer und Läuferinnen kennengelernt.

Welche Rolle spielen Soziale Netzwerke wie Instagram, Facebook, Strava oder Alsterrunning für dich?

Eine bedeutende Rolle. Auf Trainingsplattformen wie Strava können sich die Athleten austauschen, gegenseitig pushen & motivieren.

Auch durch Strava habe ich viele ganz starke Athleten kennengelernt. Auf Facebook und Instagram lade ich die eine oder andere gut gelungene Trainingseinheit hoch. So spricht man auch Nichtläufer an, vielleicht motiviert man den einen oder anderen dazu. Klar freue ich mich auch über Likes und Kommentare, ein bisschen “Lob und Anerkennung“ schadet nicht, ganz im Gegenteil.

Man sollte allerdings für sich selber und nicht für die sozialen Netzwerke trainieren!

Wenn du nicht laufen bzw. Sport machen würdest, würdest du …?

Eine gute Frage, weiß ich nicht. Crossfit zieht mich sonst ein bisschen an.

PSD Halbmarathon 2017 Mourad Ben Zid

Wie viele paar Laufschuhe hast du eigentlich im Schrank stehen?

Aktuell nutze ich 12 Paar.

Dein Rat an alle Lauf Einsteiger?

Ich glaube die Einsteiger haben bezüglich Tempo, Stabi und Trainings-Umfängen alles an Ratschläge schon mal gehört. Mein persönlicher Ratschlag ist, wenn du krank oder verletzt bist, dann ist das so! Du musst es akzeptieren. Warte bis du wieder fit bist. Lass es nicht drauf ankommen, du kannst sonst nur verlieren. Ich spreche aus Erfahrung.

Also, immer locker bleiben 😉

Wer ist dein Vorbild im Sport und warum?

Ganz klar, der legendäre Eliud Kipchoge. Er ist der Michael Jordan unter den Marathonläufern!

Sein Training, seine Entschlossenheit und seine mentale Stärke, seine Erfolge und auch seine Bodenständigkeit, das alles macht ihn zu einem besonderen Sportler.

Er hat den Sport definitiv sehr stark geprägt.

Vielen lieben Dank für deine Zeit Mourad!

Wer sich über das Training von Mourad auf dem Weg zum Frankfurt Marathon informieren möchte, dem rate ich einen Blick auf sein Instagram Profil.

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