Interview mit Janinegoesrunning

Hey Janine,

kennengelernt habe ich dich zuerst „virtuell“ bei Instagram und dann auch im letzten Jahr persönlich. 2017 bist du deinen ersten Marathon gelaufen und hast an dem Projekt „WhoSaidGirlsCantRace“ (#wsgcr) teilgenommen. Ich freue mich sehr, dass du heute Zeit hast uns etwas mehr dazu zu erzählen kannst.

Seit wann läufst du und wie bist du eigentlich zum Laufen gekommen?

Richtig angefangen mit dem Laufen habe ich 2014. Mein Arbeitgeber nahm jedes Jahr am HSH Nordbank Run teil und hatte mich quasi zur Anmeldung „gezwungen“. Zuvor bin ich erst ein Mal gelaufen und habe direkt wieder die Lust verloren, da es nun aber viele Zuschauer und Mitstreiter gab, fing ich an zu trainieren 😊

Warum Läufst du und was motiviert dich?

Laufen war für mich anfangs nur ein Mittel zum Zweck: die wenigsten wissen, dass ich einen 5 jährigem Sohn habe und damals wollte ich, angespornt durch den Firmenlauf, wieder fitter werden. Mittlerweile ist Laufen eine große Liebe geworden und nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Laufen ist meine Medizin, mein Ausgleich zum Alltag, mein Ventil.

Wie oft läufst / trainierst du in der Woche?
…wie sieht es mit Stabi Traning aus?

Ich laufe 4-5 Mal in der Woche und mache noch 2-3 Mal Kraft- und Stabitraining dazu. Motivation brauche ich hierfür gar nicht viel, da ich sehr ehrgeizig und diszipliniert bin.

Wie bist du laufend unterwegs: Alleine, im Verein oder mit einer Laufgruppe?

Ich absolviere die meisten meiner Läufe alleine, zum einen aus Zeitmangel. Ich mag aber auch die Ruhe und die Zeit, die ich für mich alleine habe. Dann kann ich meinen Gedanken freien Lauf lassen und mich entspannen. Ich laufe aber sich sehr gerne mit Freunden und mit den Adidas Runners Hamburg, denen ich mich letztes Jahr angeschlossen habe. Zusammen kann man auch die anstrengendsten Einheiten überstehen.

Mit den Adidas Runners HH hast du 2017 eine ziemliche tolle Zeit erlebt. Du warst Teil von dem Projekt „WhoSaidGirlsCantRace“ das 6 Monate lang lief. Wie war das so? Und was hast du da genau gemacht?

Adidas Runners hat bei einem Casting Mädels gesucht, die noch nie einen Marathon, geschweige denn einen Halbmarathon gelaufen sind. Die Teilnahme war meine beste Entscheidung! Innerhalb von 6 Monaten wurden 38 Mädels aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für den Berlin Marathon trainiert. Es waren harte Monate mit vielen Verletzungen und Rückschlägen. Ich wollte mehr als mein Körper es teilweise schaffte. Ich musste lernen, meinen Körper langsam an den Trainingsumfang zu gewöhnen.

Im September 2017 war dann „dein“ großer Tag beim Berlin Marathon.  Wie war es?

Der Marathon war ein unbeschreiblicher Lauf. Ich hatte vorher große Panik vor diesem Tag gehabt und war sehr unsicher. Von vielen Seiten habe ich von dem bösen Mann mit dem Hammer, von Schmerzen und Tränen gehört. Ich hatte das große Glück, dass alles gepasst hatte und ich bis zum letzten Moment alles genießen konnte.

OpenAir 37 Cheering Zone beim Berlin Marathon 2017
Würdest du die Teilnahme an dem Projekt anderen empfehlen?

Ich kann jedem das Projekt nahe legen, da man hier nicht alleine trainiert. In dieser Zeit habe ich viele Freunde gefunden, die die gleichen Probleme und Sorgen hatten wie ich. Das hilft über vieles hinweg, stärkt und verbindet.

Bei all der Vorbereitung auf den Marathon, wie hast du das ganze Training und deinen Job unter einen Hut gebracht?

Marathonvorbereitung, Arbeit und Familie. Das war ganz schön viel. Aber es ist alles machbar mit der richtigen Planung. Meist habe ich meinen Heimweg von der Arbeit als Langlauf genutzt, bin unter der Woche nach dem Abendessen und am Wochenende vor dem Frühstück noch mal raus. So richtig schwer fiel es mir nur dann, wenn es in Strömen geregnet hat 😅

By the way, was machst du eigentlich im wirklichen Leben?

Im „richtigen“ Leben bin ich Mama eines 5jährigen Jungen, wohne in Wedel und leite eine Filiale von Balzac Coffee in der Hamburger Innenstadt.

Wenn du nicht laufen bzw. Sport machen würdest, würdest du….?

…würde ich mich zu Tode langweilen 😛

Alster oder Elbe? Wo trifft man dich eher?

Wenn ich die Wahl zwischen Alster und Elbe habe, entscheide ich mich immer für die Elbe! Wedel liegt direkt an der Elbe und hier hatte ich bisher meine schönsten Läufe! Neben Container- oder Segelschiffen zu laufen, hat für mich immer etwas magisches.

Machst du lieber einen Early Bird Lauf oder schnürst du abends die Laufschuhe?

Meine Tage beginnen meistens 4 Uhr morgens, so dass ich unter der Woche immer nachmittags und abends laufen muss. Am Wochenende und an den freien Tagen laufe ich lieber morgens, damit ich den restlichen Tag ganz genießen kann. Außerdem ist es der schönste Start in den Tag.

Hand aufs Herz: Wie viele paar Laufschuhe hast du im Schrank?

Ich bin die typische Frau und liebe Schuhe! Mittlerweile kaufe ich mir lieber Laufschuhe als Freizeitschuhe 😅 So geht es mir allerdings auch mit Kleidung! Ich habe schon mehr als 20 Paar Laufschuhe angesammelt (die auch abwechselnd getragen werden). Irgendwie gefallen sie mir auch besser als normale Schuhe, so dass man mich nur noch in Laufschuhen sieht.

Was sind deine nächsten Ziele?

Momentan bereite ich mich auf den Haspa Marathon vor, der am 29. April in Hamburg stattfindet. Im September laufe ich wieder den Berliner Marathon. Es stehen auch ein paar kleinere Läufe an, besonders freue ich mich aber auf die mit den Adidas Runners in London und Mailand. Und jedes Jahr gehört der Blankeneser Heldenlauf zu meinem Pflichtprogramm.

Welche Rolle spielen Soziale Netzwerke wie Instagram, Facebook, Strava oder Alsterrunning für dich?

Instagram und Strava sind in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Hier habe ich viele Menschen, wie dich, kennengelernt. Man kann sich austauschen und bekommt Anerkennung. Als ich letztes Jahr in meiner Marathonvorbereitung verletzungsbedingt pausieren musste, bekam ich täglich so viele Nachrichten mit Tipps und Genesungswünschen. Das hat mich überwältigt. Durch die sozialen Medien sind offizielle Läufe oft so etwas wie Klassentreffen, es ist immer wieder so schön, die Menschen aus der virtuellen Welt zu treffen. Anfangs stand ich immer alleine am Start und mittlerweile sehe ich überall bekannte Gesichter.

Zum Schluss: Dein Rat an alle Lauf-Einsteiger?

Es klingt immer wie ein lapidarer Spruch, aber aus eigener Erfahrung weiß ich es: geht es immer langsam an! Gerade am Anfang ist man immer sehr motiviert und möchte lieber eine Einheit mehr als zu wenig einlegen.

Lieben Dank für deine Zeit Janine. Wer Ihren Weg zum nächsten Marathon im Frühjahr verfolgen möchte, dem empfehle ich einen Blick auf Ihr Profil bei Instagram.

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