Brandenburger-Tor-BMW-Berlin-Marathon-2017

BeatBerlin42

Ich habe Muskelkater in den Beinen, jede Bewegung erinnert mich daran, was am letzten Wochenende los war: Eskalation und pure Freude auf 42,2 km.

Nach fast zwölf Wochen Vorbereitung ging es endlich nach Berlin zum 44. BMW Marathon. Für mich ist es die erste Teilnahme beim Marathon in der Hauptstadt. Alle sprechen darüber. Über eine flache Strecke, ideal um Bestzeiten zu laufen und das mega Publikum an der Strecke.

Berlin Marathon Startnummer MesseMein Kumpel Fridtjof schreibt mir bereits am Freitag, dass die Stadt voll mit LäuferInnen ist. Dennoch bin ich baff, als ich die Masse der Leute beim Abholen der Start-Unterlagen auf der Messe sehe, sowie den Umfang der Organisation. Man muss den Organisatoren einfach Respekt  zollen.

Doch wir bleiben nicht lange. Nur Unterlagen abholen und wieder los. Nicht zulange die Füße vor dem Marathon auf der Messe platt stehen bzw. am Tag vorher belasten.

Nach einem kurzen Shake Out Run und einem anschließenden Besuch im KaDeWe, suchen wir uns einen netten Italiener. Danach folgt nur noch die Vorbereitung für den kommenden Tag: Startnummer am Shirt befestigen, Schuhe und Klamotten bereit legen und Anfahrtsweg mit der Bahn prüfen. Ich gerate kurz in Hektik, ich habe mein Nummern-Aufkleber für den Startbeutel mit meinem Namen drauf verloren… ARGHHHH…. Ok, wird schon schief gehen, mein ausgedruckter Startpass kommt stattdessen in den Beutel und mit einem Edding notiere ich meine Nummer und meinen Namen auf den Beutel.

Berlin Marathon Laydown

Zu meiner Überraschung ruft mich Christian an, wünscht mir alles Gute und gibt mir noch wertvolle Tipps für den Wettkampf. Danke dafür!

Der nächste Morgen: Die Reise beginnt und bereits im Fahrstuhl treffe ich auf weitere Läufer.

Auch auf dem Weg zum Start treffe ich immer mehr Menschen, die alle das gleiche Ziel haben.

Die Ordner sind gut drauf, meinen Beutel werde ich auch los und befinde mich kurz darauf in meinem Startblock. Es regnet und ist kalt, aber das ist mir egal. Als Norddeutscher kennt man das nicht anders und eigentlich sind es perfekte Bedingungen zum Laufen. Nach einem kurzen Aufwärmen stehen wir alle gespannt und warten auf den Start. Ich unterhalte mich mit einem Norweger, der eine Ziel-Zeit von 3h05 laufen will, mit einem Chilenen, der unter 3h laufen will und überlege kurz, ob ich im falschen Startbock bin. Doch, ich bin richtig 😉

Berlin Marathon Shake Out Run

Weiter vorne starten die Profis, die heute Weltrekord bzw. eine neue Bestzeit laufen wollen. Wir starten etwas später und laufen über die nassen Straßen von Berlin Richtung Siegessäule. Bei Kilometer 1 sehe ich Maxi und Katharina, winke den beiden zu und laufe grinsend weiter. Trotz schlechtem Wetter und nassen Straßen ist die Stimmung an der Strecke einfach gigantisch gut. Überall stehen Zuschauer, rufen uns zu und feuern uns an. Ok, jetzt weiß ich auch was alle meinten, dass Berlin ein Erlebnis ist.

Ein Blick auf meine Uhr zeigt mir, dass ich die ersten Kilometer wie geplant gelaufen bin. Nicht zu schnell und im Plan. Das gibt mir Sicherheit, denn gerade am Anfang eines Laufes verpulvern viele zu viel Energie, die Ihnen am Ende häufig fehlt. Das ist mir selbst auch schon öfters passiert 😀

Trotz Regen und Pfützen genieße ich den Lauf und die Stimmung an der Strecke. Ich lasse mich von der Menge durch Berlin tragen und bei der Halbmarathon Marke winken mir erneut Maxi und Katharina zu. Ich winke zurück, laufe und bereite mich mental auf den Teil nach km 30 vor. Da beginnt das eigentliche Rennen. In meinem Fall gegen mich sich selbst und meinen Kopf.

 

Zwischen km 31-33 habe ich eine kleine Durststrecke, weiche leicht vom geplanten Tempo ab und bin froh, als ich durch die verschiedenen Cheering Points an der Strecke laufe und bei km 35 Fridtjof sehe. Ab da läuft es wieder rund und spätestens bei km 37 (wo mich Maxi und Katharina erneut anfeuern) bin ich wieder Feuer und Flamme und genieße die Beats und Zurufe an der Strecke. Ich freue mich schon jetzt riesig auf den Zieleinlauf.

Meine intensive Vorbereitung schein etwas gebracht zu haben, denn inzwischen kann ich immer wieder ein paar Leute überholen, was mich zusätzlich motiviert. Plötzlich ruft mich jemand von der Seite. Barbara von RunClub aus Hamburg rennt neben mir an der Absperrung entlang und jubelt mir zu. Voll gut 🙂

Kurz danach lese ich das Straßenschild „Unter den Linden“ und biege auf die lange Zielgerade Richtung Brandenburger Tor ein. Ein unglaubliches Publikum treibt uns LäuferInnen an, ruft uns auf den letzten Meter vor dem Brandenburger Tor zu und freut sich mit jedem einzelnen von uns. Die letzten 200m bis zum Ziel dauern eine gefühlte Ewigkeit, dennoch bin ich einfach nur glücklich und genieße es.Berlin Marathon Finish Roadrunner

Im Ziel angekommen kann ich es selbst nicht glauben. Wieder einen Marathon geschafft und dazu noch mit einer neuen persönlichen Bestzeit. Glücklich und dankbar lasse ich mir die Medaille um den Hals hängen, bedanke mich bei den Helfern und gehen den anderen LäuferInnen in den Zielbereich hinterher.

Nach einer warmen Dusche und dem Wechsel in frische Klamotten fühle ich mich gut und gehe gaaanz langsam Richtung Brandenburger Tor. Ich schaue kurz den LäuferInnen zu, die gerade auf der Zielgerade sind und gleich Ihren Marathon beenden.

Die Gesichter sagen alles: Glück, Freude und Stolz! Ich muss lächeln und freue mich mit Ihnen.

Brandenburger-Tor-BMW-Berlin-Marathon-20172

Danke Berlin, für ein unglaubliches Marathon Event, die Organisation und an alle Helfer an und neben der Strecke. Danke auch an alle Zuschauen an der Strecke, besonders an Barbara, Maxi, Katharina und Fridtjof! Dank euch war es eine riesige Party auf 42,2 km quer durch Berlin.

Zum Abschluss gibt es Kaffee und Kuchen, die verbrannten Kalorien müssen ja wieder aufgefüllt werden 😉

Wie lief es für euch beim Berlin Marathon?

Teile diesen Beitrag

Das könnte dir auch gefallen

3 Comments

  1. Pingback: Great10K - runsven

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.