Blankeneser-Heldenlauf-Finisch-Zone-Halbmarathon

Laufhelden

Schon seit einigen Jahren begegnen mir in Hamburg immer wieder die Plakate vom Heldenlauf in Blankenese. „Mit Containerriesen um die Wette laufen“ klingt als Hamburger Jung sehr verlockend und dennoch habe ich es bisher nie geschafft daran teilzunehmen.

Doch dieses Mal bin ich dabei. Mit geradezu perfektem Timing findet der Wettkampf statt, denn auch mein Lauf-Plan schreibt einen Halbmarathon an dem Sonntag vor. Also habe ich mich zwei Wochen vorher noch angemeldet. Doch wer denkt, dass man nur Halbmarathon laufen kann hat sich geirrt, denn der Veranstalter macht keine halben Sachen und nennt sich nicht ohne Grund „Heldenzentrale“.

Dem Läufer stehen mehrere Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Distanzen zur Auswahl. Von einem kurzen „Mezzo“ bis hin zum „Fanatic“ ist für jeden was dabei, inklusive Blankeneser Berge, Steigungen und Treppen.

Als Debütant bei diesem Lauf entscheide ich mich für den Halbmarathon FAN, den „Softie“ der beiden Halbmarathon Strecken und mit angeblich weniger Höhenmetern.

Schon beim Abholen der Startunterlagen am Freitag spürt man sofort das Knistern und die gute Laune, die von den „Heldenhelfern“ und allen drum herum ausgehen. Auch der Wettergott ist an diesem Wochenende auf der Seite der Läufer und hat, trotz schlechter Prognosen, die Sonne ausgepackt.

Gemeinsam mit meinem Coach- und Team-Kollegen Christian geht es Sonntag früh nach Blankenese. Er wird die 11km Intermezzo Strecke laufen und erzählt mir von meiner Strecke, z.B. welche Steigungen und Besonderheiten die Strecke hat. Mir kommen ein paar Zweifel, entspannt wird das wohl eher nicht… habe ich genug gefrühstückt?!

In Blankenese angekommen treffen wir ein paar LäuferInnen vom RunClub, machen ein gemeinsames Gruppenbild und jeder freut sich auf seine Helden – Strecke. Anders als viele Veranstaltungen, startet der Lauf direkt an der Elbe und endet nicht dort, sondern in Blankenese auf dem Marktplatz. Die Stimmung am Start ist gut, es sind viele bekannte Gesichter vor Ort und bis zum eigenen Start schnackt man entspannt.

Eine weitere Besonderheit für die Halbmarathon LäuferInnen ist der Startschuss durch eine Kanone. Super cool und lauter als gedacht! Wir starten, werden angefeuert und laufen kurz danach die Elbe entlang. Ein toller Ausblick, den ich wirklich liebe. Ein Blick auf meine Uhr verrät mir, dass ich zu schnell bin und ich reduziere mein Tempo, lasse mich zurückfallen und werde von ein paar Leuten überholt. Das ist ok, immerhin sind wir gerade erst einen Kilometer gelaufen und da kommen noch weitere zwanzig 😀

Bald geht’s für uns über die Elbchaussee, den ersten seichten Anstieg zum Wesselhoeftpark hoch und anschließend wieder runter Richtung Elbe. Dort angekommen geht es die Elbchaussee entlang und dann durch den Hirschpark. Für mich sind das teilweise ganz neue Ecken, die aber wirklich toll zum Laufen sind. Die Strecke ist durch viele Streckenposten und Zuschauer gesäumt, die ebenfalls Spaß haben und uns alle motivieren. Auch die Beschilderung ist gut, jeder weiß wolang er muss und zweitweise laufen die verschiedenen Starter zusammen. Kurz vor Kilometer 9 laufe ich allein durch die engen Straßen und Gassen Richtung Sülberg, hier stehen nicht so viele Zuschauer an der Strecke, jedoch haben sich einige auf Ihren Balkonen versammelt, applaudieren und rufen mir zu. Daumen hoch von mir, denn das ist wirklich ein tolles Gefühl.

Unten an der Elbe pfeift mir der Wind ins Gesicht, die Sonne strahlt und es geht weiter. Immer die Elbe runter und bei Kilomter 14 nehme ich ein Gel zu mir, das ich die ganze Zeit mitgeschleppt habe. Zusätzliche Energie auf der Strecke und sofort merke ich, dass dieses Gel mich leider nicht begeistert. Es ist ziemlich klebrig und eigentlich sollte ich Wasser dazu nehmen, aber die nächste Verpflegungsstelle ist noch ziemlich weit, also presse ich nur zwei Mal etwas von dem klebrigen Zeug in meinen Mund und schmeiße den Rest weg. So ein Trainingslauf ist perfekt, um solche Dinge festzustellen und auszuprobieren. Zumindest besser als beim Marathon 😉

Kurz darauf sehe ich, wie die Läufer vor mir Treppen hoch steigen!!! Aber ich bin richtig, denn der Streckenposten zeigt eindeutig an, dass wir alle da hoch müssen. Und ich erinnere mich, dass das hier ja kein normaler Halbmarathon ist. Ok, also hoch die Treppe und jetzt merke ich bereits meine Waden bei jedem Schritt. Oben auf dem Höhenweg angekommen brauche ich einen kurzen Moment bis ich wieder meinen Schritt gefunden habe und laufe weiter. In diesem Moment denke ich an die anderen LäuferInnen, die sich für den „richtigen“ Fanatic – Halbmarathon angemeldet haben und die vermutlich drei mal so viele Stufen auf der Strecke überwinden müssen.

Es geht weiter durch kleine Pfade am Naturschutzgebiet Wittenberge und am Golfclub entlang. Die Strecke steigt stetig leicht an und die Beine wollen eigentlich nicht mehr.

Ich überhole noch einen Vordermann, der mir „Schnapp Ihn dir“ zuruft. Aber wenn den? Vor uns ist keiner 😀

Doch da taucht das Schild mit einer 18km Marke vor mir auf, ich beiße die Zähne zusammen und bekomme einen zusätzlichen Motivationsschub, als mir ein Zuschauer am Rand zuruft, dass ich aktuell auf Platz 15 bin. Den will ich haben!

Also werden die letzten Reserven mobilisiert als es von den Wegen zurück auf die Straße geht. Das Grün wird weniger und kurz darauf laufe ich durch die ersten Straßen von Blankenese. „Nur noch 300m bergab ins Ziel, da sind noch 2 Sekunden drin!“ ruft mir der letzte Streckenposten begeistert zu, als ich in die Dormierstraße zum Ziel einbiege, die bergab zum Blankeneser Marktplatz und dem Ziel führt.

Je näher ich mich dem Ziel nähere, desto mehr Leute stehen links und rechts und applaudieren. Ich bin völlig baff, dass Publikum macht dermaßen Alarm, dass ich den Ansager kaum noch höre und genieße die atemberaubende Stimmung. Die letzten Meter laufe ich so schnell es geht, klatsche noch ein paar Kids an der Seite ab und bin einfach nur glücklich, als es die letzte Rampe hoch ins Ziel geht. Geschafft!!! Der Blankeneser Halbmarathon war ein super Erlebnis, ich bin einfach nur happy und mega zufrieden mit meinem Ergebnis.

Im Ziel brauche ich einen Moment, um zur Ruhe zu kommen, werde von Christian begrüßt und warte noch auf meinen Nachfolger, den ich mit einem High5 begrüße. Ein herzliches Danke an die tolle Organisation, die Streckenposten, Freiwilligen und die vielen Zuschauer an der Strecke.

Zurück zu Hause stelle ich dann auch noch überraschend fest, dass ich sogar den 14. Platz insgesamt auf der Fan – Halbmarathon Strecke belegt habe und als 7.ter meiner Altersklasse ins Ziel gekommen bin. Wohoo!

Es war ein Fest und ich bin nun endlich auch ein Laufheld!

 

 

 

 

(Vielen Dank für die Fotos an Alexandra, Christian  & Marcus. Außerdem herzlichen Dank an Martina von der Heldenzentrale für das zur Verfügung stellen des Titelbildes (Copyright für das Titelbild: meine-sportfotos.de/T.Sobczak)

 

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